Schultergelenksimpingement
Woher kommt das Impingement?
Das
Impingement (die Einklemmung) entsteht durch eine mechanische
Kompression der Rotatorenmanschette. Die Rotatorenmanschette ist eine
Muskelsehnenplatte, die das Schultergelenk und die
Schultergelenkskapsel als führende und sichernde Schicht umschließt.
Hierzu gehört die Supraspinatussehne, die sich unter dem Schulterdach,
das heißt dem Acromion und dem Band zwischen Rabenschnabelfortsatz und
Schulterhöhe, befindet und auf der Außenseite am Tuberkulum majus am
Oberarmkopf ansetzt. Der Muskel ist zuständig für die Abspreizung des
Annes und zieht den Oberarmkopf unter das Schulterdach. Der Verlauf der
betroffenen Supraspinatussehne unter dem Schulterdach ist häufig
degenerativ vorgeschädigt durch eine lokalisationsbedingte mangelhafte
(Gefäßversorgung. Vor allem im Bereich der Ansatzzone am Tuberkulum
majus unter dem vorderen Drittel des Acromion ist die Sehne durch eine
Durchblutungsstörung oder Überdruckproblematik häufig betroffen.
Das
seitliche Abheben des Armes führt zwischen 60 und 1200 häufig zu
Einklemmungserscheinungen, die durch die anatomische Situation
begünstigt werden. Das Schulterdach kann hakenförmig nach unten gebogen
sein. Zusätzlich einschränkende Faktoren sind eine Fehlstatik der
Wirbelsäule mit z.B. Rundrücken und vermehrter Kippung und Drehung der
Schulterblätter und damit auch des Schulterdaches. Begünstigend sind
ebenfalls
für die Entstehung einer subacromialen Enge (einer Enge unter dem
Schulterdach) eine Bindegewebsschwäche, eine lockere Kapselbandführung,
ein Höhertreten des Oberarmkopfes durch eine Verletzung der
Sehnenplatte mit den Folgen einer Entzündung des Schleimbeutels (Bursa)
zwischen Schulterhöhe und Rotatorensehnenplatte. Natürlich können auch
Veränderungen im Bereich des Schultergelenkes selbst nach
Schulterluxation (Auskugelungen) oder Zustände nach in Fehlstellung
verheilten Brüchen eine Einklemmungsproblematik unter dem Schulterdach
begünstigen.
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Bei
auftretenden Beschwerden verspürt der Patient oft belastungsabhängige,
bohrende Schulterschmerzen, die in der Regel in die Außenseite des
Oberarmes weitergeleitet werden. Es kommt zu einer Entzündung der
Sehnen und auch des Schleimbeutelgewebes mit häufig nächtlichen
Schmerzen. Häufig wird über Beschwerden beim Anheben des Armes im
mittleren Bereich geklagt. Als Folge von Entzündungen des
Schleimbeutels entwickeln sich chronische Beschwerden und häufig auch
das Bild einer Schultersteife. Die
Rotatorenmanschette leitet durch die chronisch werdenden Entzündungszustände derart, dass es häufig zu
Rissen in derselben kommt.
Die
im Bereich des Schultergelenkes am häufigsten auftretenden Beschwerden
durch das sogenannte Impingementsyndrom können langsam schleichend
beginnen oder akut einsetzen, wenn sich z.B. Kalkherde aus der
Supraspinatussehne in den Schleimbeutel entleeren. Diese
Schultergelenkserkrankung kann mit wenigen klinischen Untersuchungen
von anderen Erkrankungen der Wirbelsäule abgegrenzt werden. Durch
Austestung mit Provokationstesten können Einklemmungen unter dem
Schulterdach reproduziert werden. Es erfolgen native Röntgenaufnahmen
und Ultraschalluntersuchungen im Bereich des Schultergelenkes zum
Ausschluß von Verletzungen der Rotatorenmanschette oder von Strukturen
im Bereich des Schulterinnenraumes, bei unklarer Situation eine
Kernspintomographie.
Behandlung
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Bei starken Beschwerden oder Verbleiben der Schulterbeschwerden über mehr als 4 bis 6 Monate mit ausgereizter konservativer Therapie ist eine in der Regel arthroskopisch mögliche Erweiterungsplastik im Bereich des Schulterdaches sinnvoll. Die arthroskopische Operation erfolgt im Sitzen oder in Seitenlage. Nach Durchsicht des Schultergelenkes und Ausschluß von Verletzungen im Schultergelenk selbst erfolgt die Teilentfernung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach mit Darstellung der Vorderkante des Schulterdaches, das mit verschiedenen Fräsen in seinem vorderen Anteil abgetragen wird. Bei festgestellten Verletzungen im Schulterinnenraum werden diese nach Möglichkeit ebenfalls arthroskopisch saniert. Sollten Risse in der Rotatorenmanschette trotz präoperativer Diagnostik doch festgestellt werden, kann eine arthroskopische oder meist eine offene Refixation der Muskulatur am Tuberkulum majus bei verbleibenden Restbeschwerden oder verbleibender Schwäche erfolgen.
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Zusammenfassend ist wichtig, dass bei Auftreten von Beschwerden eine frühzeitige
Behandlung einsetzt, da sonst über weitere Entzündungsreaktionen die Rotatorenmanschette
bleibende Schäden erfahren kann.
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Zugang für das Arthroskop unmittelbar unterhalb des hinteren
Akromionwinkels, für die Saugdrainage und Fräse in Kanülen
über vordere Inzisionen

Der vordere, untere Anteil des Akromions
wird mit einer über eine Kanüle eingeführ-
ten Motorfräse abgetragen. Dabei wird das
Lig. coracoacromiale gelöst.
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