Die
am Ellenbogen am häufigsten auftretenden Beschwerden sind verursacht
durch eine Überbelastung im Ursprung der Unterarmstrecksehnen.
Es
kommt zu dem Symptom des Fallenlassens von Gegenständen, Schmerzen
ausgeprägten Grades bei täglichen Verrichtungen. Bei einem Drittel der
Patienten treten die Beschwerden beim Tennisspielen auf, hierbei
bevorzugt bei Freizeitsportlern. Deswegen wird die Erkrankung auch
häufig Tennisellenbogen genannt.
Nach
sportlichen Tätigkeiten mit Stockeinsatz wie Skifahren, Skilanglauf
können Sehnenschmerzen am Ellenbogen auftreten. Beruflich besonders oft
sind Metzger, Maler, Zimmerleute, Verkäuferinnen an Kassen und auch
Büroangestellte betroffen.
Als Ursache für eine Epicondylitis
(Tennisellenbogen) handelt es sich häufig um chronische, schmerzhafte
Alterungsvorgänge im Sehnenursprungsbereich, die häufig nach dem 40.
Lebensjahr auftreten. Betroffen ist meist die Sehne des Muskulus
,,extensor carpi radialis brevis“. Ebenfalls kommt als Ursache eine
plötzliche akute Überbelastung, die zu einem Riß von Sehnenfasern
führt, in Betracht.
Bei der Diagnose
einer Epicondylitis müssen natürlich Erkrankungen im Bereich des
Gelenkes selbst ausgeschlossen werden. Eine Ellenbogengelenksarthrose,
eine schmerzhafte Schleimhautfalte (Plica) im Inneren des Gelenkes und
schließlich auch Blockierungen des Ellenbogengelenkes, wie sie an der
Wirbelsäule bekannt sind, können Schmerzen verursachen, die leicht mit
Sehnenerkrankungen verwechselt werden.
Auch können Schmerzen am Ellenbogen häufig
ihre Ursache in Problemen der Halswirbelsäule und der Schultergelenke
haben, so dass der obere Körperquadrant im Rahmen der Diagnostik immer
angeschaut werden muß.
In der Behandlung
ist das konsequente Vermeiden der schmerzauslösenden Belastungen für
die Heilung von zentraler Bedeutung, man kann z.B. Heben und Tragen mit
den Handinnenflächen nach oben und dabei zusätzlich den Ellenbogen
beugen, man kann Hilfsmittel einsetzen, eine Sportpause einlegen oder
beim Tennis durch Technikänderung eine Besserung bewirken.
In der Behandlung erfolgt Krankengymnastik mit Dehnung und
Kräftigung der Unterarmmuskulatur, es erfolgt
chirotherapeutische
Lösung von Blockierungen, eine Verbesserung der Haltung, lokale Kühlung
oder Wärmeanwendung je nach Besserung der Beschwerden. Oft werden auch
Epicondylitisbandagen, die die Belastung der Sehnen vermindern und sie
damit schützen, eingesetzt. Bei starken Schmerzen erfolgt eine
Ultraschallbehandlung und es werden schmerzstillende und abschwellende
Medikamente verordnet.
Häufig
erfolgt die schnell wirksame Injektion von Kortison lokal in den
Ursprungsbereich der Sehnenplatte an der Knochenhaut. Bei ausgereizten
Behandlungsfallen ist auch die Behandlung mit Stoßwellen im
Epicondylitisbereich sowie auch eine Akupunkturbehandlung sinnvoll.
Die Operation
ist zwar nur ein kleiner Eingriff, wird aber dennoch erst empfohlen
nach Ausreizung der konservativen Maßnahmen über mindestens 6 bis 12
Monate, da sich in dieser Zeit die Beschwerden in den allermeisten
Fällen bessern. 90 bis 95% aller Betroffenen sind nach einem Jahr auch
ohne Operation beschwerdefrei und nur in 5 bis 10% der Fälle erfolgt
eine Operation, bei der heute die erkrankten Sehnengewebeanteile
entfernt werden. Der Eingriff wird gelegentlich mit einer Arthroskopie
bei dem Verdacht auf Binnenschädigungen des Ellenbogengelenkes
kombiniert.