Orthokin-Therapie
Die Problematik
10% der Bevölkerung leiden unter Gelenkerkrankungen, die mit einer Zerstörung des Knorpels einhergehen. Zerstörung des Gelenkknorpels und das Schmerzgeschehen hängen eng mit einander zusammen.
Die sogenannte Zytokine - Botenstoffe des Immunsystems - lösen die chondrale Läsion mit aus. Wenn dieses Netzwerk sich gegenseitig kontrollierender Immunstoffe aus der Balance gerät, wird der Gelenkknorpel zerstört.
Systematisch verabreichte Medikamente gelangen nur bedingt und in stark verringerter Konzentration in den Innenraum degenerativ oder entzündlich veränderter Gelenke. Daher müssen diese systemisch verabreichten Substanzen in hoher Dosierung verabreicht werden. Dies führt bei längerem Gebrauch zu unvermeidlichen Nebenwirkungen. Hinzu kommt die bislang fehlende chondroprotektive Wirkung der gängigen Medikamente.
Therapie
Der Körper produziert zwar den schützenden Cytokinantagonisten selbst, doch seine Konzentration ist zu niedrig. Beim Gesunden befinden sich IL-1 und seine Gegenspieler im Gleichgewicht, bei Arthrose und Arthritispatienten ist dieses Gleichgewicht zu Gunsten des IL-1 gestört.
Ein durch Arthrose verändertes Kniegelenk. Es überwiegt das knorpelzerstörende Interleukin I. Durch den Abbau der Knorpelsubstanz erkennt man zum Beispiel die Gelenkspaltverschmälerung, sowie die Defekte der Gelenkfläche
Dem Patienten wird mit einer spezialbehandelten Spritze, der Orthokin-Spritze, Blut entnommen
Die innere Oberfläche der Spritze regt die Monozyten dazu an, ein etwa 100-faches der normalen Menge des Cytokinantagonisten zu produzieren.
Das so angereicherte Serum wird von den Blutzellen getrennt und dann portionsweise in ein erkranktes Gelenk injiziert.
Der Knorpel wird durch den Cytokinantagonisten vor weiterer Destruktion geschützt. Die Interleukin I-Expression ist deutlich reduziert.
Wirkungsweise
Orthokin© ist eine rein autologe Injektionslösung, mit einer stark erhöhten Konzentration an chondroprotektiven Zytokinantagonisten.
Orthokin© bewirkt eine Blockade der knorpelzerstörenden Zytokine. Dies hat eine Reduktion der degradativen Enzyme zur Folge.
Klinische Ergebnisse
Bis Mitte 2000 wurden über 3000 Patienten mit Orthokin© behandelt. In den klinischen Dokumentationen zeigte sich in ca. 70% der Fälle eine signifikante Schmerzbesserung im `Visual Analog Score´.
Da Orthokin© eine rein körpereigene Substanz ist, wurden keine allergischen oder anaphylaktischen Reaktionen beobachtet.
In bisher mehr als 20.000 Injektionen hat Orthokin© seine außerordentlich hohe klinische Sicherheit unter Beweis gestellt.
Die Lösung
In den vergangenen 10 Jahren wurden in der Erforschung biologischer und molekularbiologischer Mechanismen der Gelenkzerstörung große Fortschritte erzielt.
Prozesse, die ursprünglich rein dem Immunsystem zugeschrieben wurden, sind bei der Entstehung sowohl von Entzündung als auch bei Knorpelzerstörung im Gelenk von zentraler Bedeutung.
Eine Vielzahl renommierter Forschungsarbeiten u. a. der Universitäten Pittsburgh und Harvard haben zweien dieser Zytokine (IL-1 und TNFa) die entscheidende Rolle bei Gelenkerkrankungen zugewiesen ([1-4]). Aus diesem Ansatz wurde ein neues Therapiekonzept entwickelt, das auf die Neutralisierung dieser Zytokine abzielt. Das Orthokin©-Verfahren stimuliert Zellen im Patientenblut so, dass diese autologe Zytokinantagonisten produzieren. Das körpereigene Patientenserum blockiert nach Injektion ins Gelenk die weitere Gelenkdegeneration.